Anhydritestrich
Calciumsulfatestrich ist der Estrich der Fußbodenheizung. Er umschließt die Rohre vollständig, leitet die Wärme schnell nach oben und kommt mit weniger Aufbauhöhe aus als Zementestrich.
Warum er über Heizungsrohren gewinnt
Anhydritestrich schwindet kaum. Das erlaubt größere Felder ohne Fugen – bei Zementestrich müssen Flächen unterteilt werden, und jede Fuge ist eine Schwachstelle im beheizten Boden.
Dazu kommt die Wärmeleitfähigkeit: Die Heizung reagiert schneller, weil weniger Masse aufgeheizt werden muss. Über Jahre gerechnet ist das ein spürbarer Unterschied auf der Heizkostenabrechnung.
Was er nicht verträgt, ist dauerhafte Feuchtigkeit. In Bad und Keller bleibt Zementestrich die sichere Variante.
Kennzahlen
Unsere Rezeptur
Anhydritbinder CA B 30 von Lanxess, Rheinsand 0/8 nach Sieblinie A/B, Wasser nach Konsistenz. Pro Mischung 280 kg Sand auf 75 kg Binder und rund 20 Liter Wasser.
Nach dem Einbringen wird die Fläche 48 Stunden vor Zugluft geschützt. Danach wird gelüftet – wer zu früh lüftet, riskiert Schüsselung an den Rändern.
Fragen zum Anhydritestrich
Anhydrit oder Zement über Fußbodenheizung?
In Wohnräumen fast immer Anhydrit: dünnerer Aufbau, schnellere Reaktion, weniger Fugen. In Bad, Keller und überall dort, wo Wasser stehen kann, Zementestrich.
Muss die Sinterschicht abgeschliffen werden?
Ja. Beim Abbinden bildet sich an der Oberfläche eine dünne, dichte Schicht. Sie muss vor dem Belegen angeschliffen und abgesaugt werden, sonst haftet weder Kleber noch Spachtelmasse zuverlässig.
Wie schnell ist er belegreif?
Bei 50 mm rechnen wir mit rund sechs Wochen, mit Belegreifheizen deutlich schneller. Entscheidend bleibt die CM-Messung: 0,5 CM-Prozent ohne Heizung, 0,3 mit.
Riecht Anhydritestrich?
In den ersten Tagen kann ein leichter Geruch entstehen, der mit der Trocknung verschwindet. Er ist unbedenklich, aber ein Grund, in dieser Zeit ordentlich zu lüften – nach den ersten 48 Stunden.
